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Der Cannabiskonsum in Australien sinkt deutlich. Warum?

  • Laut aktueller Statistiken australischer Akademiker scheint der Cannabiskonsum in Australien deutlich zu sinken. Was sind jedoch die Gründe für diesen Rückgang?

Laut einer Statistik aus einer kürzlich durchgeführten Studie der Universität Neu-Südwales in Sydney ist der Cannabiskonsum in ganz Australien zwischen 2001 und 2013 deutlich gesunken. Die Statistik und Zahlen in dieser Studie sprechen eine klare Sprache, die Angelegenheit beginnt sich jedoch zu verwickeln, wenn wir den Grund für diesen Trend herausfinden wollen.

In der Zeit zwischen 2001 und 2013 sank der Cannabiskonsum drastisch, insbesondere bei jungen Menschen. Bei Teenagern im Alter von 14 bis 19 Jahren sank der jährliche Konsum von 24,4% auf nur 14,8%. Bei Zwanzigern wurde ebenfalls ein Rückgang des Gesamtkonsums von 29,1% auf 20,8% beobachtet. Die einzige Altersgruppe, bei der ein Anstieg festgestellt wurde, waren die Vierzigjährigen.

Gründe für den Rückgang des Cannabiskonsums

Laut einer im Fachjournal Drug & Alcohol Review veröffentlichten Studie könnte der derzeitige Abwärtstrend durch eine Kombination von bis zu fünf signifikanten Faktoren verursacht werden. Die für diese Studie verantwortlichen Forscher, Alison Ritter und Oluwadamisola Sotade, rufen zu einer weiteren, umfassenden Untersuchung der Gründe für die Verringerung des Cannabiskonsums in Australien auf.

"Wir waren uns des Abwärtstrends bereits seit einiger Zeit bewusst", erklärt Ritter, Mitautor der Studie. "Diesmal versuchen wir, eher die Frage zu beantworten, warum der Cannabiskonsum rückläufig ist."

Die Forscher Ritter und Sotade einigten sich auf fünf wesentliche Variablen, die den Abwärtstrend erklären könnten. Konkret handelt es sich um Veränderungen in der Einstellung der Bevölkerung zum Konopí, Regulierung, Versorgung, komplementäre Einnahme anderer Drogen und auch einen "Anstieg im Trend eines gesunden Lebensstils".

Um die Angelegenheit besser zu verstehen, muss laut den Autoren gleichzeitig eine tiefere Untersuchung all dieser Faktoren erfolgen: "Derzeit ist eine völlig neue, multidisziplinäre Forschungsagenda erforderlich, die Faktoren wie neue Regulierungen und Wirtschaft unter Verwendung ökonometrischer Techniken und sozial-kultureller Analysen untersucht, die in der Lage sind, mögliche Gründe für den Abwärtstrend im Cannabiskonsum empirisch zu testen und zu belegen."

Wird das neue Gesetz über Medizinalhanf den Gesamtkonsum beeinflussen?

"Um dieses Thema gibt es immer noch viele Spekulationen", erklärt Ritter gegenüber Leafly, "aber bisherige Daten aus US-Bundesstaaten, wo Cannabis bereits seit einiger Zeit für Freizeit- und medizinische Zwecke legal ist, zeigen uns, dass die Konsumrate bei Jugendlichen nach der Legalisierung von Medizinalhanf nicht steigt."

"In Bezug auf die Konsumrate bei Erwachsenen gibt es bisher ziemlich widersprüchliche Studien", beschreibt Ritter weiter. "Einige Studien zeigen einen Anstieg des Konsums, andere sehen keine Veränderung. Am glaubwürdigsten sehen derzeit Studien aus, die einen Anstieg bei Personen mit Cannabiskonsumstörung zeigen."

Folgen einer zukünftigen Entkriminalisierung von Cannabis?

Ritter erklärt weiter, dass "es in Australien immer eine sehr starke Unterstützung für die Entkriminalisierung von Medizinalhanf gab" und fügt hinzu, dass jedes Land den Begriff "Entkriminalisierung" etwas anders definiert. In einem wissenschaftlichen Gutachten, das von Akademikern der Universität New South Wales aus dem letzten Jahr stammt, können wir interessante Daten zur Entkriminalisierung von Medizinalhanf sehen.

Die Untersuchung zur Entkriminalisierung von Cannabis zeigt folgende Auswirkungen:

  • Senkung der Staats- und Gesellschaftsausgaben - insbesondere Reduzierung der Kosten für die Durchführung des Strafsystems
  • Entkriminalisierung von Cannabis erhöht den Drogenkonsum nicht
  • Entkriminalisierung von Cannabis erhöht die Kriminalitätsrate nicht

Das Finden von Beweisen dafür, dass die Entkriminalisierung von Cannabis den Drogenkonsum nicht erhöht, bedeutet natürlich nicht zwangsläufig, dass sie ihn direkt reduziert. Dennoch sind all diese Daten eine sehr wertvolle Bereicherung für alle Länder, die über eine zukünftige Entkriminalisierung von Cannabis nachdenken.

Autor: Joe Wilson

Übersetzung: Filip Maral

Quellen: leafly.com ndarc.med.unsw.edu.au

Bilder: naturalsociety.co media-cache