Cannabis und psychische Gesundheit
Medizinisches Cannabis wird von einer großen Anzahl von Menschen unterstützt. Trotzdem herrscht unter uns immer noch Angst vor Cannabis, auch vor medizinischem, dass es schädlich sein könnte. Erwähnungen, dass es psychische Gesundheitsstörungen wie Psychose oder Schizophrenie verursacht, tauchen hauptsächlich in Medien auf.
Im Vereinigten Königreich wird medizinisches Cannabis sowohl von der Öffentlichkeit als auch von Politikern unterstützt. Sie sind dafür, dass es Patienten zur Verfügung steht, denen es nützlich sein kann. Im Jahr 2016 zeigte eine Umfrage von Populus, dass 68% der Briten diesen Vorschlag unterstützen. Im vergangenen Jahr gab es eine Gesetzesänderung zur Legalisierung von medizinischem Cannabis in England, die mit großer Begeisterung aufgenommen wurde.
Cannabis und psychische Gesundheit
Viele Gesundheitsexperten sind immer noch unsicher über das Sicherheitsniveau. Diese Bedenken führten zur aktuellen Zurückhaltung von NHS-Ärzten, neu legalisierte Substanzen zu verschreiben. Viele Patienten "nehmen" medizinisches Cannabis zur Behandlung eines breiten Spektrums von Gesundheitsproblemen, einschließlich der Linderung von psychischen Symptomen. Wir befinden uns in einer paradoxen Position, in der einige Cannabis zur Verbesserung der psychischen Gesundheit verwenden, während andere es als Auslöser für all diese Störungen sehen, nicht als Heilmittel.
Mediale Vorurteile
Viele Medienplattformen begeistern sich daran, Schlagzeilen wie "Cannabiskonsum kann zu Psychose und sogar Schizophrenie führen" oder "Cannabis zu psychischen Problemen!" zu verbreiten.
Solche Aussagen führen zu extremen Ansichten, die weder für die Öffentlichkeit noch für Ärzte hilfreich sind.
Die Realität kann nur durch Beweise aus Forschungen und Experimenten mit Cannabis gesehen werden. Zum Beispiel neue Evidenz zur Wirksamkeit von CBD, einem nicht-psychoaktiven Cannabinoid, bei Personen mit Schizophrenie. Ein Experiment, veröffentlicht im American Journal of Psychiatry, untersuchte eine sechswöchige CBD-Behandlung bei einer Gruppe von Menschen, bei denen die psychotischen Symptome während der Behandlung abnahmen.

Begrenzte Beweise
Die verfügbaren Beweise sind derzeit sehr begrenzt, eröffnen aber Türen für weitere Forschungen zur Wirksamkeit der Behandlung bei einer Vielzahl von Gesundheitsproblemen (physisch und psychisch).
Behauptungen, dass Cannabis zur Entwicklung von Schizophrenie oder Psychose beiträgt, sind eher leere Phrasen, da dieses Thema ständig wiederholt wird. Um festgefahrene Meinungen zu überwinden, müssen wir alles in die Hände seriöser Wissenschaftler legen und Diskussionen auf Basis verfügbarer Beweise führen, die seine Wirksamkeit und Funktionalität unterstützen.
Genetik spielt eine Rolle
Die Verbindung zwischen Cannabis und Psychose existiert, betrifft aber nur Personen, die kontinuierliche Nutzer von hohem THC-Gehalt sind oder angeborene Voraussetzungen für die Entwicklung von Psychose haben. Eine der letzten Studien bestätigt, dass Genetik in diesem Fall eine 69% bis 84%ige Rolle spielt.
Aus sogenannten Selbstberichte-Fragebögen wurde festgestellt, dass 19% der erwachsenen Cannabisnutzer, die täglich oder alle zwei Tage konsumieren, im größten Risiko sind und eine hohe Wahrscheinlichkeit haben, diese Störungen zu entwickeln. Zu den weiteren wichtigen Faktoren gehören die Häufigkeit des THC-Konsums und das Alter.
Aus den verfügbaren Ergebnissen geht hervor, dass die Mehrheit der Cannabisnutzer keine Psychose erlebt hat und keine Schizophrenie entwickelt hat. Somit bringen sie sich selbst nicht in Gefahr.
Etablierte Meinungen
In allen Diskussionen über Psychose und Cannabis wird gerne die Bedeutung sozialer und struktureller Faktoren, die eine große Rolle bei der öffentlichen Gesundheit spielen, übersehen. In Gesprächen über diese Risiken wurden diese Faktoren nicht berücksichtigt. Dazu gehören zum Beispiel Armut, Kindheitstrauma oder Missbrauch. Viele von ihnen verursachen Stress, der als bekannter Auslöser von Psychose gilt.
Wenn nicht alle Möglichkeiten untersucht werden, um die Lebensqualität zu verbessern, wird dies eine Katastrophe für alle potenziellen Patienten und ein enormes Versagen für Ärzte, Bürger und Politiker.
Autoren des Artikels: Doktorin Caroline MacCallum (Klinische Dozentin an der Medizinischen Abteilung der UBC, Medizinische Direktorin bei Greenleaf Medical Clinic)
Doktorin Jenna Valleriani (CEO Nationales Institut für Cannabis-Gesundheit und -Bildung, Geschäftsführerin Hope for Health Kanada)
Artikelquelle: healtheuropa.eu
Bildquelle: pixabay.com (Autoren: Serena Wong, Wokandapix)
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