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Cannabis statt Antidepressiva?

  • Kaum jemand wird überrascht sein, dass Cannabis ein potenzielles Heilmittel gegen Angststörungen sein könnte.
  • Da es jedoch in den meisten Ländern nicht legal ist, hinken die Forschungen in diesem Bereich erheblich hinterher und es wird noch einige Zeit dauern, bis sich dies ändert.
  • Eine kürzliche Studie von Dr. Cuttler und ihren Kollegen zeigte jedoch, dass dieses bisher unerforschte Gebiet große Möglichkeiten eröffnet.

Eine Studie, die ihrer Art erste ist, zeigte, dass regelmäßiger Cannabiskonsum die Anfälligkeit für Angstzustände auch bei Nüchternheit verringert.

Die im Fachblatt Psychopharmacology veröffentlichte Studie stellte fest, dass Menschen, die Cannabis täglich oder fast täglich konsumierten, auf Stresssituationen abgestumpft reagierten, selbst einige Zeit nach der Abstinenz. Diejenigen, die kein Cannabis konsumierten, berichteten bei Stresssituationen von Angstzuständen und gleichzeitig erhöhten Kortisol-Werten. Chronische Cannabis-Nutzer von Cannabis spürten weniger Angst und der Kortisol-Spiegel blieb auf dem Niveau einer normalen Situation.

„Es scheint, dass Cannabis auch nach der Intoxikationsphase auf Stress wirkt."– Dr. Carrie Cuttler, Co-Autorin der Studie

Die Studie umfasste 40 Personen, die im Vorjahr regelmäßig Cannabis konsumiert hatten, und 42 Personen, die Cannabis in ihrem Leben höchstens zehnmal konsumiert hatten, davon keinmal im letzten Jahr. Alle Teilnehmer waren 12 bis 18 Stunden vor der Studie abstinent.

„Basierend auf unseren Erkenntnissen können wir sagen, dass Cannabis auch nach der Intoxikationsphase auf Stress zu wirken scheint", sagt die Forscherin, Professorin an der Washington State University und Co-Autorin der Studie, Dr. Carrie Cuttler.

Aber", warnt sie, „wir können noch nicht mit Sicherheit sagen, ob die Stressunterdrückung gut oder schlecht ist."

Eines wissen wir aber. Zu viel Kortisol ist definitiv keine gute Sache. Es wird mit allem in Verbindung gebracht - von Angst und Depression bis hin zu Verdauungsproblemen, Herzkrankheiten, Schlaflosigkeit und Gedächtnisproblemen. Aber zu wenig Kortisol kann auch Probleme verursachen, da dieses Hormon hilft, gespeicherte Energie zu nutzen und angemessen auf Stresssituationen zu reagieren.

Cuttler glaubt, dass weitere Forschungen erforderlich sind, um festzustellen, ob reduzierte Kortisol-Mengen langfristig therapeutisch oder schädlich sind. Sie fügt hinzu, dass die Forschung zu Cannabis und Abhängigkeit vielversprechende Ergebnisse liefert.

„Wir haben das Entzugssyndrom bei chronischen Nutzern untersucht und beobachtet, ob sie in Stresssituationen ein erhöhtes Verlangen nach Cannabis verspüren", enthüllt sie, „und überraschenderweise haben wir keine Beweise dafür, dass dies der Fall ist."

Angststörungen gehören in den USA zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Jährlich betreffen sie etwa 40 Millionen erwachsene Amerikaner, was etwa 18% der Bevölkerung ausmacht.

Für kurzfristige akute Linderung von Angst und Panikattacken werden oft Benzodiazepine wie Xanax oder Klonopin verschrieben. Kurzfristig sind sie sehr wirksam, haben aber auch zahlreiche Nebenwirkungen - Mattheit, Verwirrung, Desorientierung. Der Körper entwickelt schnell eine Toleranz und eine Abhängigkeit, im Jahr 2015 starben über 8000 Amerikaner an einer Überdosis von Benzodiazepinen.

Führt Depression und Angst zu Cannabis?

Zur langfristigen Linderung von Angststörungen werden oft selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) wie Prozac und Zoloft verschrieben. Diese lösen jedoch auch eine Vielzahl von Nebenwirkungen aus, die Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Schläfrigkeit, Libidoverlust und ein erhöhtes Risiko von Selbstmordgedanken umfassen.

Angst ist auch einer der häufigsten Gründe für den Cannabiskonsum und Forscher deuten darauf hin, dass diese Option relativ wenige Nebenwirkungen, ein geringes Abhängigkeitspotenzial und fast kein Überdosierungsrisiko hat. Da Cannabis jedoch weiterhin als Droge der Klasse 1 eingestuft wird, wurde bisher sehr wenig Forschung zu seinem langfristigen therapeutischen Potenzial bei der Behandlung von Angststörungen durchgeführt (bis zu Cuttlers jüngster Studie).

Cuttler und ihre Kollegen planen, ihre Studie mit einer längeren Abstinenzperiode zu wiederholen, um wirklich sicherzustellen, dass ihre Ergebnisse weiterhin gültig sind. Sie hoffen auch, die Studie an Ratten durchführen zu können, um ihre Ergebnisse zu bestätigen.

„Eine Einschränkung dieser Forschung ist, dass wir ethisch nicht kontrollieren können, wer täglich Cannabis konsumiert und wer nicht", erklärt Cuttler. „Wenn unsere Forschung also andeutet, dass sie eine abgestumpfte Stressreaktion haben, könnte das auch bedeuten, dass Menschen, die ohnehin weniger stressanfällig sind, eher dazu neigen, langfristig Cannabis zu konsumieren. Bei Ratten können wir sowohl Stress als auch Cannabis kontrollieren."

Eine weitere kürzliche Studie, veröffentlicht in Pharmacological Research, stellte fest, dass Cannabidiol (CBD) die Wirksamkeit des Neurotransmitters GABA erhöhen kann, der so arbeitet, dass er Substanzen entgegenwirkt, die Kortisol in Angstsituationen freisetzt (z.B. Glukose). Während hohe THC-Dosen das Potenzial haben, Angststörungen zu verschlimmern, birgt CBD, eine nicht-psychoaktive Substanz, dieses Risiko nicht.

Die gesamte Forschung ist sehr vielversprechend, aber Cuttler betont, dass weder Cannabis noch pharmazeutische Medikamente der erste Schritt bei der Behandlung von Angststörungen sein sollten.

„Als Psychologin glaube ich, dass die ideale Behandlung von Angststörungen die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) ist", sagt sie. „Kurzfristig erzielt diese Therapie die gleichen Ergebnisse wie Angstmedikamente, aber langfristig (8-10 Sitzungen) übertrifft sie die Wirksamkeit dieser Medikamente, und zwar ohne negative Nebenwirkungen. Über Cannabis denke ich ähnlich – es kann helfen, Symptome zu behandeln, aber es beseitigt nicht die Wurzel des Problems."

Quelle:
Marusic, Kristina. "Could Cannabis Eventually Replace Anti-Anxiety Medications?" Leafly, 10 Oct. 2017, www.leafly.com/news/health/could-cannabis-eventually-replace-anti-anxiety-medications

Autor:

Kristina Marusic

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