Behandlung von HIV mit Cannabinoiden
- Studien zeigen Hoffnung für Cannabismedizin als potenzielles Medikament gegen HIV
- Coloradoer Unternehmen Cannabis Science entwickelt und testet aktiv neue cannabinoide Medikamente
- Aktuelle HIV-Behandlungsformen sind erheblich unzureichend und haben zahlreiche Nebenwirkungen
Die derzeitige HIV-Behandlung durch antiretrovirale Therapie kann das Virus nur unterdrücken. Von einer vollständigen Heilung kann noch keine Rede sein. Die Wirkung des HIV-Virus hat weitreichende Folgen für den Körper - seine Kopien dringen in alle Körperteile ein, einschließlich des Knochenmarks. Darüber hinaus hat die antiretrovirale Therapie keine Wirkung auf HIV im Gehirn, und einige Patienten leiden in späteren Krankheitsstadien an kognitiven Störungen.
Gefährliche HIV-Behandlung
Ärzte wissen mit HIV bis heute nicht weiter und probieren alle möglichen chemischen Cocktails aus - einschließlich des derzeit verwendeten Medikaments mit der stark halluzinogenen Substanz Efavirenz. Es scheint, dass es höchste Zeit ist, eine bessere und effektivere Lösung zu finden.
Eine gewisse Hoffnung für ein Therapeutikum, das in Bereiche vordringen kann, in die Antiretrovirale nicht eindringen, bietet sich in der Cannabismedizin. Damit beschäftigt sich derzeit aktiv die wissenschaftliche Gesellschaft aus Colorado, Cannabis Science, die kürzlich mit der Körperschaft IGXBio Inc. zusammenarbeitete und nach Kalifornien expandierte. Ihre Zusammenarbeit konzentriert sich auf die Entwicklung eines HIV-Medikaments auf cannabinoider Basis.
Die schrittweise Zerstörung des Immunsystems durch HIV kann bereits mit heutigen Medikamenten drastisch verlangsamt werden. Das Problem sind jedoch zahlreiche Nebenwirkungen wie Knochenmasseverlust, chronischer Durchfall oder kognitive Funktionsstörungen. Diese Medikamente werden zudem zu buchstäblich höllischen Preisen verkauft, die hundertmal höher sind als ihre Herstellungskosten. Die Patienten haben jedoch keine Wahl und müssen in diese regelrecht widerlich überteuerten Chemikalien investieren, wenn sie den Zusammenbruch ihres Immunsystems verhindern wollen.

Cannabinoide gegen HIV
Die Medikamente, an denen Cannabis Science arbeitet, enthalten einen Mix von Cannabinoiden, der sowohl gegen Kaposi-Sarkom als auch gegen HIV-Formen wirken kann, die gegen alle aktuellen Medikamente resistent sind. Heutige HIV-Medikamente funktionieren ähnlich wie Antibiotika - wenn Sie sie zu nehmen beginnen und plötzlich aufhören, werden sie beim nächsten Mal nicht mehr wirken und HIV geht in eine resistente Form über, die gegen Medikamente auch nach der Übertragung auf eine andere Person resistent ist.
Das Unternehmen IGXBio entwickelte ein bundesweit anerkanntes Forschungsmedikament (IND - Investigational New Drug) namens GenePro. GenePro ist ein Impfstoff, der auf Affen- und menschlicher DNA basiert, wobei beide DNA-Teile sowohl SIV (Affen-Version des HIV-Virus) als auch HIV enthalten. Als Ergebnis funktioniert der Impfstoff im Körper durch Freisetzung von Proteinen mittels Elektroporation, was die Replikation von HIV verhindert. Cannabis Science ist fest davon überzeugt, dass, wenn sie dem Impfstoff die richtige Kombination von Cannabinoiden hinzufügen, es sich um eine bahnbrechende HIV-Behandlung handeln könnte.
Dr. Allen Herman, leitender Arzt von Cannabis Science, beschreibt: "Wir sind fest davon überzeugt, dass GenePro in Kombination mit unserer Entwicklung der Cannabinoid-Anwendung ein großer pharmazeutischer Erfolg sein wird. Das gesamte Programm ist derzeit in Arbeit, und wir werden über die Ergebnisse berichten, während sie entstehen."
Dringende Notwendigkeit für eine neue Behandlung
HIV-Patienten befinden sich derzeit in einer Situation, in der sie dringend eine neue, bessere Behandlungsmöglichkeit benötigen. Die Einnahme von Antiretrovirale wie Efavirenz liegt für viele an der Grenze des Erträglichen. Die meisten Patienten, die dieses Medikament einnehmen, haben Erfahrungen mit wirklich bizarren, täglichen Träumen. Darüber hinaus verursacht dieses Medikament bei einigen direkt Halluzinationen. Die nationale Medizinbibliothek der Vereinigten Staaten gibt selbst zu, dass das Medikament Efavirenz in Bezug auf Halluzinationen ähnliche Eigenschaften wie LSD hat. Die Sache ist so weit gegangen, dass dieses Medikament auf der Straße landet, wo Drogenkonsumenten es zu Pulver zerkleinern und rauchen, um seine psychoaktiven Effekte zu erzielen.
"Wenn Ärzte ein Medikament verschreiben können, das ähnliche Eigenschaften wie LSD hat, sollten sie nicht auch medizinisches Cannabis verschreiben dürfen?"
Derzeit kommen Ergebnisse einer Studie nach der anderen ans Licht, die das Potenzial von medizinischem Cannabis und dessen Verwendung gegen das HIV-Virus bestätigen. Laut vorläufiger Berichte kann medizinisches Cannabis Patienten mit neuropathischen Schmerzen, Entzündungen und auch bei der Verbreitung des Virus selbst helfen. Aktuelle Studien finden hauptsächlich an Affen statt. Forscher beschreiben Folgendes:
"Die Verabreichung von THC wirkt im Ergebnis allgemein als Virenhemmer und unterdrückt Entzündungsreaktionen."
Die derzeit verfügbaren Daten sind jedoch nur die Spitze des Eisbergs, und es besteht ein großer Bedarf an weiterer, gründlicher Forschung. Die Therapie von HIV mit auf natürlichen Cannabinoiden basierenden Medikamenten erscheint bereits jetzt als sehr vielversprechend.
Autor: Benjamin M. Adams
Übersetzung: Filip Maral
Quelle: cannabisnow.com
Bilder: moderncanna worldaidsday
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