6 Kurzfristige Auswirkungen von Cannabis auf das Gehirn
- Diejenigen, die die Wirkungen von medizinischem Cannabis bereits kennen, wissen, dass diese Pflanze vorübergehende, interessante Auswirkungen auf unsere Wahrnehmung und das Gehirn hat
- Heute werden wir betrachten, was die Wissenschaft über diese kurzfristigen Effekte von "Marihuana" sagt
Medizinisches Cannabis ist höchstwahrscheinlich die berühmteste psychoaktive Pflanze auf dem Planeten.
Bei Konsum durch Rauchen können Sie mit Wirkungseintritt nach etwa 15 Minuten rechnen. Bei Esswaren dauert es länger, von 30 Minuten bis zu 2 Stunden. (Mehr im Artikel "4 Unterschiede zwischen Rauchen und Essen von Cannabis") Bei Konzentrate oder Tinkturen ist es möglich, dass die Wirkung sofort eintritt.
Egal welche Konsummethode Sie wählen, es ist sehr wahrscheinlich, dass Sie mindestens eine der folgenden 6 kurzfristigen Wirkungen von medizinischem Cannabis erleben werden.
1. Stimmungsaufhellung
Frühere Forschungen haben festgestellt, dass die Wirkstoffe von Cannabis direkt und indirekt die Neurotransmitter im Gehirn beeinflussen können, die für die Stimmungsregulierung verantwortlich sind.
Sowohl das psychoaktive THC als auch das nicht-psychoaktive CBD beeinflussen den Serotoninspiegel im Gehirn, was einer der Neurotransmitter ist, die eine wichtige Rolle dabei spielen, wie Sie sich gerade fühlen. Darüber hinaus bewirken Cannabinoide nachweislich die Freisetzung von Dopamin, das wie eine interne Belohnungsempfindung funktioniert. Die Erhöhung dieses Neurotransmitters im Gehirn führt zu Gefühlen von Glück, Freude und bei einigen auch zu verbesserter Konzentration.
Zuletzt erwähnenswert ist das Endocannabinoid Anandamid, das auch natürlich vom menschlichen Körper produziert wird und (wie THC) als Auslöser für die CB1- und CB2-Rezeptoren fungiert, die für Gefühle physischer und psychischer Belohnungen, also Glücks- und Euphorie-Empfindungen verantwortlich sind. (Mehr im Artikel "Läufers Rausch, Sport und Cannabis")
2. Gedächtnisveränderungen
Wie Sie sicherlich schon gehört haben, hat der Konsum von Cannabis gewisse Auswirkungen auf Ihre Gedächtnisfunktion, insbesondere auf das räumliche und Arbeitsgedächtnis.
Einige Benutzer beschreiben beispielsweise Konzentrationsschwierigkeiten bei der Arbeit oder die Unfähigkeit, effektiv zu lernen. Die Meinungen dazu unterscheiden sich jedoch insgesamt.
Die Beeinträchtigung des räumlichen Gedächtnisses kann dazu führen, dass Sie vergessen, wo Sie die Autoschlüssel hingelegt haben oder wie Sie in diese Einrichtung gekommen sind.
3. Konzentrationsveränderungen
Wie immer hängt alles von der insgesamt konsumierten Dosis ab. Keine Ausnahme bilden hier die Auswirkungen von Cannabis auf die Konzentrationsfähigkeit. Einige Benutzer loben die Wirkungen bestimmter Sorten, die in der richtigen Dosis überraschend die Konzentration anregen und verstärken können. ("5 Cannabis-Sorten für Energie und Konzentration") Wenn Sie es jedoch mit Ihrem Lieblingskraut übertreiben, können Sie mit großer Wahrscheinlichkeit damit rechnen, dass Ihre Aufmerksamkeit vorübergehend verschwunden ist.
Eine Studie aus dem Jahr 2010, die die Störung der visuellen Selektionsfähigkeit untersuchte, befasste sich mit diesem Thema an 26 Personen, denen vier Tage vor dem Test entweder ein Placebo oder ein Produkt mit hohem THC-Gehalt verabreicht wurde. Am Ende erzielten alle Personen, denen reales THC verabreicht wurde, schlechtere Ergebnisse bei den Tests zur visuellen Selektion. Es zeigte sich zudem als Regel, dass je mehr THC eine Person konsumierte, desto schlechter waren ihre Testergebnisse.
Das Problem scheinen hohe THC-Dosen zu sein. Einige Cannabis-Sorten, insbesondere solche mit hohem CBD-Gehalt, beeinträchtigen die Konzentrationsfähigkeit weniger. Inoffizielle Beweise aus zahlreichen Internetdiskussionen deuten sogar darauf hin, dass Cannabis bei richtiger Dosierung Patienten mit ADHS - Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung helfen kann.
4. Müdigkeit, Schläfrigkeit, Benommenheit
Es gibt viele Gründe, warum bei vielen nach dem Konsum von medizinischem Cannabis Gefühle von Schläfrigkeit oder geistiger Benommenheit auftreten. Zunächst wirkt Cannabis in höheren Dosen primär als Sedativum. Dieser Effekt ist jedoch möglicherweise auch die Grundlage für seine nachweisbar antidepressiven Wirkungen.
Viele Studien sprechen insbesondere vom anxiolytischen Effekt des Cannabinoids CBD, das aus bisher unzureichend erforschten Gründen in der Lage ist, den manchmal übermäßig aktiven Geist von Patienten zu beruhigen.
5. Entzündungshemmung, antioxidative Wirkung
Diejenigen von Ihnen, die unseren vorherigen Artikel "Die Wirkung von medizinischem Cannabis bei neurodegenerativen Störungen" gelesen haben, wissen bereits, dass Cannabis unbestreitbare entzündungshemmende und neuroprotektive Eigenschaften hat.
Die aktuelle Forschung konzentriert sich auf diesen Effekt von medizinischem Cannabis vor allem aufgrund der dringenden Notwendigkeit zur Entwicklung effektiverer Therapiemöglichkeiten für neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson oder Multiple Sklerose.
6. Weitere Wirkungen von "Marihuana" auf das Gehirn
Neben den fünf großen Effekten hat Cannabis folgende mögliche kurzfristige Wirkungen:
- Erhöhung von Angstzuständen oder Paranoia
- Steigerung der Libido
- Appetitsteigerung
- Kopfschmerzen
- Schmerzlinderung
Medizinisches Cannabis hat natürlich viele weitere interessante kurz- und langfristige Effekte, die sowohl Ihren Körper als auch unsere Psyche betreffen. Da medizinisches Cannabis eine hochgradig individuelle Medizin ist, können wir unterschiedliche Symptome und Wirkungen von Patient zu Patient erwarten. Der Schlüssel zum Erfolg liegt vor allem darin, die richtige Sorte, Cannabinoid-Mischung und ausgewogene Dosis zu finden. Mehr erfahren Sie im Artikel "Cannabis für Anfänger oder der Start in eine bewusste Behandlung"
Autor: Delilah Butterfield
Übersetzung: Filip Maral
Quelle: http://herb.co
Bilder: blogspot.com
Ähnliche Artikel
- Cannabis für Kinder
- 5 Cannabis-Sorten gegen soziale Phobie und Angststörungen
- 8 häufigste Fragen über CBD
- 10 unbekannte medizinische Anwendungen von CBD
- Entzugssymptome der Cannabisabhängigkeit
